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Aktuell

Geschäftsbericht


Juni 2010 / Jahresbericht 2009


Im Jahre 2009 wurden die Weichen für weitere Aufgaben für die Reisefachstelle gelegt. Zum einen wurde das Qualitätslabel "Ferien für alle" am 26. August 2009 lanciert und zum anderen liefen die Vorarbeiten und Begehungen der neu zu Signalisierenden Rollstuhlwanderwege im Kanton Zürich. Beide Projekte lösten positive Reaktionen sowohl bei Betroffenen wie auch Leistungserbringer aus. Mobility International Schweiz (MIS) wird die Bemühungen in diesen Bereichen in den nächsten Jahren vertiefen und ausbauen.

Eine Folge des Ausbaus ist die Initiierung eines Vorprojektes mit Schweiz Mobil, dem Netzwerk zum Langsamverkehr für Freizeit und Tourismus z.B. Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Skaten und Kanufahren (www.schweizmobil.ch). Das Resultat dieser Evaluation soll zeigen, wie die Angebote für Menschen mit Behinderungen in das bereits bestehende Angebot integriert werden können. Ziel ist es, dass auch Gäste mit Behinderungen die Schweiz aktiv und auf attraktiven Routen erleben können.

Die Jahresrechnung weist einen Gewinn von Fr. 22'034.28 auf. Dieser Erfolg wurde vor allem im Bereich der Ausführung von Projekten und der Generierung von Spenden erreicht. Der Leistungsvertrag mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen BSV wurde um ein Jahr, auf das 2010 verlängert. Die Vertragsverhandlungen für die Jahre 2010-2014 werden im Herbst des laufenden Jahres geführt.

MIS hat per Ende 2009 die Büroräumlichkeiten in der Froburgstrasse 4 in Olten auf Ende Juni 2010 gekündigt. Ab dem 1. Juli 2010 wird die Reisefachstelle gemeinsam mit der Pro Infirmis Olten am Amtshausquai 21, ebenfalls in Olten einziehen.

Im Vorstand von MIS gab es eine Änderung. Frau Sara Heer, Vertreterin der Stiftung und der Vereinigung Cerebral Schweiz trat nach sechs Jahren in Folge Stellenwechsel aus dem Vorstand zurück. Als Nachfolgerin wird der Mitgliederversammlung 2010 Frau Josianne Grandjean, Geschäftsführerin der Vereinigung Cerebral Schweiz vorgeschlagen. Sara Heer danke ich herzlich für das jahrelange Engagement zugunsten der Reisefachstelle.

Ohne finanzielle Unterstützung von Aussen wäre die Arbeit von MIS nach wie vor nicht möglich. Aus diesem Grund danke ich dem Bundesamt für Sozialversicherungen, den privaten Stiftungen, den Partnern und touristischen Leistungsträgern und den Mitgliedern von MIS für das Vertrauen und die stetigen Zuwendungen.

Herzlich danken möchte ich ebenfalls meiner Kollegin und meinen Kollegen im Vorstand und dem Team der Geschäftsstelle.

Ihr MIS-Präsident



Urs Dettling

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Juni 2010 / Tätigkeitsbericht MIS (auch als PDF)

Ständige Arbeiten

  • Weltweite Sammlung und Aktualisierung behindertenspezifischer Reiseinformationen und deren Weitergabe an alle Interessenten mittels Telefon, unserer Homepage, Infothek und Datenbank > www.mis-ch.ch

  • Betreiben des Call-Centers für Fragen zu behindertenspezifischen Reiseinformationen, hauptsächlich für Menschen, die noch keinen Internetzugang besitzen oder spezielle Abklärungen benötigen.

  • Versand von behindertenspezifischen Reiseführern, Stadtpläne und Beherberungslisten

  • Herausgabe des vierteljährlich erscheinenden Newsletters mit Tipps, Trends und News aus dem Bereich Reisen mit einer Behinderung

  • Geschäftsstelle des Projektes "Ferien für alle"

  • Geschäftsstelle für das "Ferien für alle"-Label

  • Betreuung der barrierefreien Informationen der Homepage von Schweiz Tourismus www.myswitzerland.com


    MIS erarbeitet und berät Organisationen im Bereich:

  • Grundlagen für einheitliche Datenerhebungen, für Qualitätssicherung von Stadtführern sowie für Parameter und Piktogramme

  • Integration von behindertenspezifischen Reiseinfomationen in bestehenden Publikationen

  • Sensibilisierung des gesamten Schweizer Tourismus für behindertenspezifische Belange (Referaten und Vorträgen an Tourismusfachschulen, bei Tourismusorganisationen etc.)

  • Produktion und Herausgabe des jährlichen Ferienverzeichnisses mit betreuten Ferienangeboten für Menschen, die ihre Ferien in der Gruppe verbringen möchten

  • Betreuung von Studenten, die ihre Diplomarbeit in diesem oder ähnlichen Bereichen gewählt haben

  • Vermarktung von barrierefreien Angeboten

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Laufende Projekte

Messeplattform "barrierefreies Reisen"
MIS bietet Leistungsträgern im Tourismus die Möglichkeit, ihre "barrierefreien Angebote" konzentriert mit anderen Mitausstellern an Ferienmessen zu präsentieren. MIS zeichnet dabei für den Kontakt zur Messeleitung und Standbauer verantwortlich. Der erste gemeinsame Auftritt fand 2005 an der FESPO in Zürich und der Ferien- und Gesundheitsmesse in Bern statt. Mittlerweile hat sich die Messeplattform zu einem festen Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender gemausert.


MIS-Datenbank
Die neue Datenbank, über welche MIS die Zugänglichkeitsdaten von Infrastrukturen eingibt ist neu auf www.mis-plus.ch abrufbar. Die Datenbank wird gemeinsam mit der Stiftung MyHandicap bewirtschaftet und ständig verbessert. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf die Verbesserung der Qualität der Daten.

"Ferien für alle"
Bei diesem Projekt liegt die Idee zu Grunde, eine Ferienregion in der Schweiz so zu gestalten, dass auch Menschen mit einer Behinderung ihren Urlaub möglichst barrierefrei verbringen können. Das Toggenburg wurde für dieses Pilotprojekt ausgewählt und es konnten bereits zahlreiche Verbesserungen erreicht werden. Die Idee soll anderen Tourismusdestinationen als gutes Beispiel dienen und zur Nachahmung animieren. Das Projekt wird durch namhafte Stiftungen, wie z.B. die Stiftung "Denk an mich" unterstützt. Im Jahre 2008 konnten die Rollstuhlwanderwege nach den neuen Empfehlungen der Schweiz. Wanderwege beschildert werden und sind in ihren Details unter www.toggenburg.ch abrufbar.


Projekt Welcome
Das Projekt Welcome wurde von MIS im Jahr 2003 iniziiert und hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil im jährlichen Aufgabenkalender entwickelt. Bei diesem Projekt geht es darum, angehende TouristikerInnen bereits während des Studiums für unsere Belange zu gewinnen und zu sensibilisieren. Während eines Tages/Jahr (Höhere Fachschule für Tourismus in Samedan), zwei halben Tagen/Jahr (Internationale Schule für Touristik in Zürich) und Referaten (Höhere Fachschule für Tourismus in Luzern, Internationale Schule für Touristik in Lausanne und die Tourismusfachschule in Sierre) werden die StudentenInnen mit der Thematik des barrierefreien Reisens vertraut gemacht.


Ausflugsführer für mobilitätsbehinderte Menschen
Gemeinsam mit der Edition Lan publizierte MIS zwei Ausflugsführer für mobilitätsbehinderte Menschen, welche je 30 Routen in der gesamten Schweiz detailliert mit Kartenmaterial und Fotos beschreibt. Die Ausflugsführer sind im Jahr 2005 (Band 1) und 2008 (Band 2) erschienen. Die Arbeiten zum dritten Führer erfolgen im 2010. Das Erscheinungsdatum des neuen Handicapguides ist voraussichtlich Mai 2011.

Rollstuhlwanderwege
Die Kriterien für die Einstufung von Rollstuhlwanderwegen nach Schwierigkeitsgraden wurden mit verschiedenen Behindertenorganisationen und Betroffenen im 2007 erarbeitet und in einem Handbuch mit Empfehlungen gemeinsam mit den Schweizerischen Wanderwegen im 2008 herausgegeben. Das Handbuch soll den kantonalen Fachstellen und Fachorganisationen mit der Signalisation von Wanderwegen betraute Personen als praxistaugliches Hilfsmittel dienen. Die Schwierigkeitsgrade werden mittels Farben signalisiert. Blau steht für leicht, rot für mittelschwer und schwarz für schwierig. Diese Kriterien wurden zum ersten Mal im Projekt "Ferien für alle" im Toggenburg angewandt. Die Idee wird nun im Kanton Zürich umgesetzt. Partner in diesem Projekt ist der Rollstuhlclub Zürich, die Zürcher Wanderwege. Die Arbeiten werden finanziell durch Nezrouge Zürich unterstützt.

Qualitätssicherung und Gütesiegel für private Ferienanbieter mit Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung
Der Fall eines Berner Ferienanbieters hatte im 2006 aufhorchen lassen, als freiwillige Begleiter via Presse die Verhältnisse im Ferienlager in Spanien anprangerten. Die Helfer, welche über keinerlei pflegerische Ausbildung verfügten, hätten sich mit Unterstützung von Profis um das Wohl der Gäste kümmern sollen. Das Fachpersonal war allerdings vor Ort nicht anzutreffen, und so waren die ungeschulten Hilfspersonen auf sich selbst gestellt.


Auf Grund dieses Vorfalls wurde Mobility International Schweiz, vermehrt mit Anfragen von verunsicherten Heimbetreuern und behinderten Kunden konfrontiert, die wissen wollten, welche Ferienangebote empfohlen werden können.

Da noch keine verbindlichen Standards existieren, welche Auskunft über die Qualität der einzelnen Ferienplätze und Dienstleistungen geben, ist es zurzeit nicht möglich, verbindliche Empfehlungen auszusprechen. Ferienanbieter, die sich einer Überprüfung (Audit) freiwillig erfolgreich unterziehen, erhalten von unserem Partner Quality-Service Schaffhausen, einer akkreditierten Zertifizierungsstelle, ein nach vorgegebener Zeit zu erneuerndes Gütesiegel. Der Information und Sicherheit des Gastes wird dabei eine wichtige Rolle beigemessen. Gleichzeitig wird aufzeigt, welche konkreten Dienstleistungen zu erwarten sind und ob das Angebot den minimal festgelegten Standards genügt. Die ersten Betriebe wurden im August 2009 mit dem "Ferien für alle"-Label ausgezeichnet.

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Mittelfristig geplante Projekte (je nach Stand der finanziellen Möglichkeiten)

Übersetzung der Homepage- und Infothekdatenbank auf französisch und englisch
Übersetzung der bereits bestehenden Homepage- und Infothekdatenbank in französischer und englischer Sprache.

Aufnahme der behindertenspezifischen Kriterien in Beherbergungklassifikationen
Ausbau von Beherbergungsklassifikationen im Hotel- und Ferienwohnungsbereich auch im Bereich der behindertenspezifischen Kriterien.

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© by Mobility International Schweiz (MIS), Olten